Der Kauri Baum

Kauri Bäume mit dem botanischen Namen "Agathis australis" wachsen nur im Norden Neuseelands. Sie gehören zur Familie der immer-grünen Bäume (Nadelbäume). Die
größten und ältesten bis heute gefundenen Bäume hatten einen Durchmesser von 9 Metern, waren mehr als 50 Meter hoch und etwa 2.500 Jahre alt. Der Kauri Baum
hat zwei Wachstumsperioden.
Die erste Periode dauert circa 200 Jahre. In dieser Periode wächst der Baum rasch in die Höhe - bis zu 20 Metern - bei einem Durchmesser von 20 bis 40 cm. Im Verlauf der zweiten Wachstumsperiode erreicht der Baum seine eigentliche Gestalt und Größe. Diese Periode kann bis zu 3.000 Jahren dauern.

Mit Beginn der Europäischen Kolonisation Neuseelands wurde eine große Menge der alten lebenden Kauri Bäume gefällt. Heute stehen alle lebenden Kauri Bäume unter Naturschutz.







Die Geschichte des Sumpf Kauri (ancient Swamp Kauri)

Vor etwa 30.000 bis 50.000 Jahren, aber auch noch in jüngeren vor-geschichtlichen Zeiträumen, sind eine Vielzahl von Kauri-Bäumen auf der Nordinsel Neuseelands umge-stürzt. Ein Grund hierfür könnte ein dramatischer Anstieg des Meeres-spiegels gewesen sein, ausgelöst durch eine globale Erwärmung. Jedoch ist dieses heute wissen-schaftlich nicht sicher belegbar.

Die Natur konservierte die umge-stürzten Bäume unter Abschluss von Sauerstoff auf perfekte Weise. Die begrabenen Kauri Bäume aus prähistorischer Zeit sind einer der größten Schätze, die der Menschheit erhalten geblieben sind. Es ist das
älteste bekannte Holz auf der Erde, das in üblicher Weise genutzt und
verarbeitet werden kann.







Die Altersbestimmung bei prähistorischem Kauri-Holz

Das Alter eines ausgegrabenen Kauristammes kann mit der sogenannten C14-Methode, oder Radiokohlenstoffdatierung bestimmt werden.

Bei der Messung macht man sich die Tatsache zu Nutze, dass alle Organismen (Pflanzen, oder Tiere) durch ihren Stoffwechsel ständig radioaktive C14-Isotope aufnehmen. Das Verhältnis von C14 zu nicht radioaktiven und stabilen C12
Isotopen in den lebenden Organismen entspricht dabei dem Verhältnis in der Erdatmosphäre. Die Wissenschaft geht davon aus, dass die C14-Konzentration über die Jahrtausende hinweg weitgehend gleich ist.

Stirbt ein Organismus, so endet auch die Zufuhr von radioaktiven C14 Isotopen. Diese zerfallen mit einer Halbwertszeit von 5.730 Jahren.

Bei der Radiokohlenstoffdatierung von Kauri-Holz messen die Wissenschaftler die verbliebene Menge der noch nicht zerfallenen C14 Isotope im Holz und ermitteln deren Verhältnis zu den stabilen C12 Isotopen.

Mit Hilfe der zuvor beschriebenen Messmethode konnte man bei einzelnen ausgegrabenen Kauri-Stämmen errechnen, dass diese vor rund 50.000 Jahren in die sumpfigen, moorigen Böden Nord-Neuseelands gestürzt sind und bis heute konserviert wurden.